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Donnerstag, 09. Februar 2012

Unserer Kärwa für manche auch Kerwa

Das Brauchtum der Kirchweih (fränkisch Kerwa oder Kärwa) wird in Rohrausgiebig gefeiert und mit verschiedenen Aktivitäten hochgehalten. Immer am Wochenende nach dem 15. August sind die Kärwaboum und -madli sowie alle anderen Kärwa-Beteiligten gefordert, aus der Rohrer fünften Jahreszeit mitten im Sonnenmonat August das Beste zu machen.

Das besondere an der Rohrer Kerwa ist, das im ganzen Ort gefeiert wird, dazu tragen insbesondere auch die drei Rohrer Gaststätten (Gasthof Goldener Hirsch, Gasthof Böhm, Saalbau Bierlein), mit Gutem aus Küche und Keller bei. An dem viertägigen Spektakel, mit Musik der unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen, haben auch die Wirte mit ihren zwei Festzelten eine großen Anteil und zu guter Letzt natürlich auch die Besucher aus nah und fern. Am Festplatz bieten die Kirchweihbuden und Fahrgeschäfte zusätzlich noch eine Abwechslung für klein und groß.

Freitag

Die Rohrer Kerwa startet am späten Freitagabend gegen 18 Uhr am Kirchplatz mit dem Festzug der Vereine, angeführt von einer Musikkappelle, durch den Ort. Der offizielle Bieranstich mit dem Bürgermeister erfolgt anschließend im Festzelt an der Rohrer Hauptstraße. Im Anschluss daran wird der neue Bürgerschützenkönig proklamiert und die Preise des Bürger- und Kirchweihschießens verteilt. Im Festzelt am Kirchweihplatz und im Saalbau Bierlein spielen ab 20 Uhr Band der unterschiedlichsten Musikrichtungen

Samstag

Am Samstag steht traditionell der Kirchweihbaum im Mittelpunkt. Die immer um die 30 Meter lange Fichte wird vormittags im Wald gefällt und nachmittags ziehen die Kärwaboum und -madli mit musikalischer Begleitung durch den Ort zum Festplatz. Nachdem der neue Kärwa-Baum mit zwei Fichtenkränzen und bunten Bändern geschmückt ist, stemmen die Kärwaboum unter dem Kommando von örtlichen Zimmerermeister das neue Kirchweihwahrzeichen in die Höhe. Abends gibts dann wird in allen drei Wirtschaften Musik der unterschiedlichsten Stilrichtungen.

Sonntag

Der Kirchweihsonntag, beginnt mit dem undefinedFestgottesdienst in der Sankt-Emmerams-Kirche. Nachmittags zeigen die Rohrer Kärwaboum und -madli beim traditionellen Festumzug, was ihnen dieses Jahr besonders wichtig erscheint. Mit handwerklichem Geschick und hintersinnigen Sprüchen werden die Themen aufbereitet. So wurden schon die "kostenintensiven Investitionen im Abwasserbereich der Gemeinde Rohr", der "Urlaubsstreit Deutschland-Italien", die "Mssionarszeit des Gemeindepfarrers" sowie "Rohr sucht den Superpfarrer von der Kirchweihjugend näher beleuchtet. Im Umzug fährt auch das Rohrer Wagenrad mit, auf dem die jeweils mitfahrenden Kärwaboum und -madli ganz schön ins Rotieren kommen können. Angeführt wird der Zug vom Kärwa-Wagen, auf dem die Kärwaburschen sitzen und mit musikalischer Begleitung der Kärwa-Band ein Kirchweihlied nach dem anderen schmetterten. Zum schmieren der Stimme gibts es Bier aus dem Fass, und an jeder der drei Gaststätten wird zum Tanken gehalten.

Am späten Nachmittag gibt es dann eine Schätzaktion, mal durften 25 Kärwaboum und 10 Kärwamadli Nürnberger Bratwürstchen essen und das Gewicht der verzehrten Würste musste geschätzt werden, ein andermal musste das Gewicht einer Kuh geschätzt werden, auch musste schon das Gesamtgewicht des Bürgermeisters und Gemeindepfarres geschätzt werden, die dann unter der Aufsicht der Kärwaboum und -madli gemeinsam auf der gemeindlichen Waage gewogen wurden. An der Rohrer Kärwa-Schätzaktion können sich alle Kärwabesucher durch den Erwerb einer Schätzkarte beteiligen. Die 25 genauesten Tipper bekommen am Montag im Festzelt Böhm ihre aktraktiven Preise, die Preisspanne geht von einer Musical-Reise für zwei Personen bis zu einen Wurstdose.

Montag

Zum Frühschoppen am Montagmorgen werden die Kärwaboum und -madli mit dem Kärwa-Wagen abgeholt. Der Montag ist auch der Tag der Altkärwaboum. Besser bekannt unter dem Namen "Die Eseltreiber". Beim Frühschoppen verlosten sie schon mal eine Sau, ein Masthähnchen, zwei Fäßchen Bier, fünf Ring Stadtwurst oder eine Fahrt in den Bayerischen Landtag. Am Nachmittag sind die Altkärwaboum mit ihren Musikanten und ihren Eseln "Pipi" und "Susi" im Dorf unterwegs.